Nun ist es endlich soweit – wobei “endlich” wirklich eine harte Tatsache darstellt!
Am 27. Oktober 2007 erschien die deutsche Ausgabe von “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes”. Bereits im Sommer des Jahres wurde die englische Originalausgabe unter großem Jubel veröffentlicht – natürlich mit den schon traditionell ausgerichteten Verkäufen um Mitternacht. Eine Serie, die nunmehr 7 Bände umfasst und über 10 Jahre schriftstellerische Arbeit benötigte, hatte ihren Abschluss gefunden. Die Fans weltweit wollten nun endlich herausfinden, wie Harry und seine Freunde gegen Lord Voldemort vorgehen. Unzählige Fragen sollten eine Antwort erhalten, Hoffnungen und Wünsche der Fans sollten sich erfüllen oder auch unerfüllt bleiben. Der Druck auf Erfolgsautorin Joanne K. Rowling muss unheimlich groß gewesen sein.
Im selben Jahr fand eine weitere Premiere statt. “Harry Potter und der Orden des Phoenix” hatte Filmpremiere – somit war eigentlich sichergestellt, dass der “Hype” um Harry Potter zumindest so lange andauern würde, bis auch der letzte Band seine filmische Umsetzung erhielt.
Was stand am Ende fest? Eigentlich das, was man nun in seinen Bücherregalen und DvD/BlueRay-Sammlungen vorfinden konnte. 7 vorzügliche Bücher, die Jung und Alt gleichermaßen fesseln können und 8 Verfilmungen, die einen Einblick auf das umfassende Werk der Autorin zulassen.
Eine gute Freundin von mir stellte am Ende ihrer “Potter-Reise” fest, dass nun eine unangenehme Leere vorhanden sei – es gäbe ja nun keine “Potter-Bücher” mehr. Dies sagte sie jedoch mit einem verschmitzten Lächeln. Sicherlich ist es richtig, dass viele Leserinnen und Leser in dieser Reihe einen “Begleiter” sahen. So haben doch einige “Kids” in den späten 90er Jahren einen Zauberschüler kennen lernen dürfen, der sie für die nächsten Jahre fest begleiten sollte. Sie entdeckten ihre Faszination für das Fach “Lesen” und wurden zu echten Anhängern. Sie “wuchsen” mit Harry und seinen Freunden mit – sie litten mit ihm, lachten und weinten. Aus einem “Held der Jugend” wurde schnell ein vertrauter Freund, dem man immer wieder einen Besuch abstatten konnte. Die älteren Leser entdeckten Erinnerungen und Gefühle wieder, die sie vor Jahren selbst erlebt hatten. Diese Erfahrung zauberte ein Lächeln und sicherlich auch die eine oder andere Träne auf ihre Gesichter. Daher ist es doch offensichtlich, dass diese Begeisterung über einen recht langen Zeitraum aufrecht erhalten wurde. Die Reaktionen und Gefühle, die zum Ende dieser “langen Reise” ans Tageslicht gebracht wurden, können unterschiedlicher nicht sein. Einige waren am Boden zerstört und zwar nicht, weil dieses Finale misslungen war, sondern weil die Geschichte um Harry Potter ein Ende gefunden hatte. Andere Fans der Serie waren zufrieden und glücklich, diese Reise als Begleiter zum Abschluss gebracht zu haben. Doch alle Freunde der Serie vereinte eine Ansicht:
Diese Geschichte kann jederzeit von Neuem beginnen – man muss nur den Griff ins Regal anwenden oder wie Harry es ausdrücken würde: Accio Buch!
Auch für mich, der ziemlich spät auf den “Hogwarts Express” aufgestiegen ist, werden die kommenden Zeilen einen Abschluss darstellen. Wenn ich die zurückliegenden Jahre betrachte, die Harry in den Büchern zurücklegen musste, kommt mir meine “Reise” wie ein Zeitraffer vor. Innerhalb kürzester Zeit habe ich die Bände “verschlungen”, nachdem ich doch vorher eher ein Gegner von Harry und seinen Freunden war (Slytherin lässt grüßen!). Ich konnte den Trubel und die Begeisterung nicht begreifen – doch das lag ausschließlich daran, dass ich mich auf dieses “Geschäft” nicht einlassen wollte. Wie ich aber bereits in “Ein WARUM? Der Mythos Harry Potter” geschildert habe, wurde meine Denkweise maßgeblich verändert. Nach dem heutigen “persönlichen” Abschluss meiner “Potter-Reise” bin auch ich ein wenig enttäuscht. Das liegt jedoch ausschließlich daran, dass ich nicht von Beginn an ein Teil der “Pottermaniacs” war – doch Einsicht ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung.
Eigentlich ist es ja auch kein “richtiger” Abschluss, denn Joanne K. Rowling versorgt auch weiterhin ihre Anhängerschaft mit Neuigkeiten. So wurde heute der Startschuss für Pottermore gegeben. Auf http://www.Pottermore.com haben Fans die Möglichkeit, ihr Wissen um Harry Potter und allen weiteren Beteiligten zu erweitern. Es ist ein gelungenes “Beiwerk”, welches in Verbindung mit den Büchern und Filmen richtig Spaß machen wird. Wie ich also bereits geschrieben habe: Diese Geschichte kann jederzeit von Neuem beginnen! Nichtsdestotrotz hat jeder Abschluss einer Erzählung eine sehr emotionale Seite. Filme können diese Emotionen sehr gut wiederspiegeln und was eignet sich wohl am Besten, als ein kleiner (sehr gelungener) Rückblick auf Cast & Crew der Filmreihe um Harry Potter:
Nun ist es soweit – meine letzte “Potter-Rezension” soll nicht länger auf sich warten lassen!
Der größte Fürsprecher und “Fels in der Brandung” für Harry – Albus Dumbledore – ist tot. Er, der stets eine helfende Hand für Harry und seine Freunde reichte, wurde durch die Hand eines Vertrauten ermordet. Wie soll Harry nun die verbliebenen Horkruxe finden, wo sein Mentor nicht mehr da ist, um ihm bei dieser wahnsinnigen Mission zu helfen?
Lord Voldemort steht kurz vor seinem Triumph – er hat seine Todesser um sich gescharrt und plant den letzten Akt, um sich als unumschränkter Herrscher der Welt aufzuschwingen. Der einzige Mensch, der diesem Vorhaben noch im Wege steht, ist Harry Potter. Nach all´ den Jahren läuft in “H. P. und die Heiligtümer des Todes” alles auf dieses letzte Duell hinaus.
Harry, Hermine und Ron machen sich zu dritt auf den Weg, um die Horkruxe zu suchen und zu vernichten. Schließlich beinhalten diese Artefakte Teile der Seele des Dunklen Lords. Um Voldemort ein für alle Mal vernichten zu können, müssen alle Horkruxe entdeckt und zerstört werden, um eine Chance zu erhalten, den Sieg davonzutragen. Doch diese Mission ist von fortlaufenden Rückschlägen gesäumt. Zweifel und Argwohn lasten schwer auf den Schultern der drei Freunde, die oftmals das Gefühl haben, mit diesem “Problem” von Dumbledore allein gelassen worden zu sein.
Sie wissen nicht, wo sie genau suchen sollen und haben auch keinerlei Ahnung, wie diese magischen Artefakte zerstört werden können. Wie ein quälendes Puzzle müssen sie mühsam alle Teile zusammensetzen, um ein komplettes Bild erhalten zu können. Auf ihrer Reise haben sie es nicht nur mit den treuen Anhängern Voldemorts zu tun. Auch ihre eigenen Ängste und Zweifel plagen sie und sorgen zwischenzeitlich für eine schwere Krise.
Irgendwie müssen sie diese fast unlösbare Aufgabe lösen, während die Macht des Bösen immer größere Kreise zieht. Doch auch Hoffnung ist ein stetiger Begleiter des Trios. Der feste Glaube an ihre eigenen Stärken soll dafür sorgen, dass sie als Sieger aus diesen unzähligen Konflikten hervorgehen.
Nach diesem “Road Trip” kann es nur eines geben: Die Erfüllung einer Prophezeiung im ultimativen Kampf zwischen Gut und Böse!
“Harry Potter und die Heiligtümer des Todes” ist nicht das umfangreichste Werk der Reihe. Wie in einem “Roadmovie” befindet sich der Protagonist in ständiger Bewegung mit seinen Freunden. Die Reise, die damit verbundenen Strapazen, der Verlust von Weggefährten und die Gewissheit, eines Tages dem finsteren Gegenspieler gegenübertreten zu müssen, belasten ihn schwer. Doch auch der Leser fühlt hier äußerst intensiv mit. Der “Suchtfaktor Harry Potter” schlägt hier unbarmherzig zu und lässt kaum Zeit zum Atmen. Wie bereits in “H. P. und der Halbblutprinz” verdichten sich die düsteren Wolken immer mehr und der Leser fragt sich, wie diese Geschichte gut ausgehen soll, wenn so viele Unglücke und Katastrophen über die Helden einstürzen.
Vor allem auf der Hälfte der Strecke erlebt der Leser ein irrwitziges Tempo, was der Spannung jedoch keinerlei Abbruch bietet. Die Fragen, die sich bis dahin stellen, werden noch nicht im Ganzen beantwortet. Doch die Vermutungen und Schlussfolgerungen, die sich die Leserschaft “zusammenreimt”, erweitern das Puzzle um einige wichtige Teil. Es ist sicher, dass zum Finale alle Fragen geklärt werden – es muss einfach so sein!
Tatsächlich “quält” uns die Autorin bis zum Ende, bevor alle Fragen gelöst werden können. Während in der filmischen Umsetzung Harry Potter oftmals auf die Hilfe anderer angewiesen ist, entdecken wir im letzten Band, dass seine geistige Reife und Entscheidungsfreude auf einem neuen Höhepunkt angelangt ist. J. K. Rowling hat stets die Entwicklung und den Reifeprozess ihres Protagonisten im Blick. So wirken einige Schlussfolgerungen oder Bemerkungen von Harry keineswegs störend oder gar “fehl am Platze”. Sie zeigen vielmehr auf, dass er sich weiterentwickelt hat, was dem Leser durchaus gefällt. Mrs. Rowling ist ihrem Stil bis zum Ende treu geblieben und sorgt für einen äußerst gelungenen Abschluss ihrer geschaffenen Saga.
Was bleibt nun von dieser Geschichte übrig? Endet die Geschichte wie in einem Märchen? … und sie lebten glücklich und zufrieden, bis zum Ende ihrer Tage?
Es ist sicherlich ein wenig von Allem!
Das Ziel erreicht zu haben – etwas nach einer langen “Durststrecke” überstanden zu haben – und dabei glücklich und zufrieden zu sein…
… es ist ein verdienter Lohn für jahrelange Entbehrung und Verzicht.
Als Leser fühlte ich mich stets gut unterhalten. Ich war gerne in Hogwarts und liebte Quidditch. Ich verachtete Malfoy und war ein glühender Fan von Dumbledore. Selten hat mir eine Geschichte so gut gefallen. Schade, dass diese Serie ihren Abschluss gefunden hat – doch ist das wirklich das Ende? :)
x Autor/in: Joanne K. Rowling
x Titel: Band 7 Harry Potter – Die Heiligtümer des Todes
x Genre: Jugendbuch, phantastische Literatur
x 736 Seiten
x Carlsen Verlag
x ISBN: 3551577773







