Rezension zu “Goldprinz” von Claudia Toman

Es ist unglaublich – jetzt steht Olivia plötzlich bei strömenden Regen auf einem Baugerüst und versucht in das AVA Detektiv-Büro einzubrechen? Wo zum Teufel ist ihr Traummann abgeblieben?  Dabei macht sie eine mysteriöse Entdeckung, die sie in die Kleeblattgasse und später ins Asialokal  ”Zum alten Brunnen” führt. Eine E-Mail eines Unbekannten mit dem Pseudonym p111611, ein Notizbuch und Glückskekse verbergen heiße Informationen. Noch ahnt sie nicht, dass die Spur nach Adrian Alt kein Detektivspiel ist. Sie stolpert mitten in eine geheime Verschwörung der “Alpha1″ und ahnt nicht, dass sie sich mit der Organisation WWS anlegt. Die Mächte sind sehr viel dunkler als gedacht und Olivia Kenning wird zur Gejagten. “Folge der Spindel” liest sie auf einem Zettel und noch währenddessen stürzen sich mit riesigen Messern mehrere Männer auf sie zu, die unverständliches Zeug auf japanisch brabbeln. Sie bringen sie zu H, einer dicken Japanerin im weißen Kimono, die Olivia scheinbar längst erwartet hat.

Eine Mischung aus Hitchcock, 007, “Grimm Märchen”, Magie & Mystic, Fantasie, Abenteuer – das ganze Programm! Ganz anders als in “Hexendreimaldrei” ist “Goldprinz” viel komplexer. Ein mysteriöses Rätsel folgt dem Nächsten. Ihre Mission “PINK” beginnt in der Zentrale des streng geheimen Brunnennetzwerkes und führt sie von Wien nach London, bis sie schließlich mit einem ihr zugelaufenen Kater namens Marley in Manhattan landet. Während des Lesens rätselt und fiebert man wirklich mit. Manches ist so wirr und verfahren, dass selbst Olivia die Hinweise nicht zu deuten weiß. Der Feerich – zickig wie immer – lässt sich nur kurz blicken. Mit der “Deus ex Machina” fühlt sich Olivia einigermaßen sicher, doch der Schein trügt. Herzstillstand, Spannung und Verwirrung pur! Gekleidet in Fashion Fuchsia verfolgt Olivia jede Spur.

“Principum Amicitias”- mehr möchte ich nicht verraten!

Der zweite Handlungsstrang sorgte, bis zum “AHA Effekt” (der relativ zum Schluss kam), eine ganze Zeit lang für Verwirrung. Überhaupt überraschte mich dieses Buch diesmal mit plötzlich eintretenden Wendungen, die man so nicht auf der Pfanne hatte. Spannung bis zur allerletzten Seite ist garantiert. Vielleicht sollte man vorher “Jagdzeit” lesen. Mit “Goldprinz” wird leider auch das Ende der Geschichte von Olivia Kenning eingeläutet. Eigentlich traurig, denn wenn man einmal anfängt will man mehr und deshalb bin ich froh, “Jagdzeit” noch nicht gelesen zu haben. Der Schreibstil entspricht dem ersten Band “Hexendreimaldrei”. “Goldprinz” ist das absolute Highlight dieser Reihe. Es bringt dich zum Lachen, macht dich sprachlos, dein Herzschlag setzt während des Lesens aus und deshalb hat es definitiv 5 Sterne verdient.

Fazit:
Eine bunte Mischung aus Allem. Spannung pur!

Hinweis:
Dieses Buch hab ich im Rahmen einer wundervollen Leserunde, welche übrigens von der Autorin Claudia Toman begleitet wurde, über Leser-Welt erhalten. Wer Goldprinz liest, sollte unbedingt das Leser-Welt Forum aufsuchen, denn in den verschiedenen Kapitelabschnitten sind ein paar schöne Fotos von diversen Schauplätzen und auch von Olivias Wetterfleck veröffentlicht worden.

Der Beginn meines Wunschwellen Studiums – Rezension zu "Hexendreimaldrei" von Claudia Toman

Olivia Kenning flieht verletzt und zutiefst verbittert auf`s Pfarrklo. Ihr abtrünniger Traumprinz hatte nichts besseres im Sinn als sie darum zu bitten, sein Trauzeuge zu sein. Kann es noch schlimmer kommen? Gedankenverloren zündet sie ein Streichholz und *peng* schwebt  mit einem Mal ein merkwürdig aussehendes Wesen mit Flügeln vor ihrer Nase herum. Eine Fee die anders als Andere ist, denn SIE ist ein ER. Olivia unterdrückt im ersten Moment einen Aufschrei und dann ein Kichern. Ihr Verhalten entrüstet ihn, doch folglich hat sie trotzdem einen Wunsch frei. Man könnte der Welt den Frieden schenken, sich Reichtum oder ein schickes Loft in London wünschen, oder oder.  Wenn schon denn schon, aber Olivia ist gekränkt und wünscht sich, dass der Prinz in einen Frosch verwandelt wird. Gesagt – getan!

Man kann sich vorstellen, was es für ein Touwabou unter den Gästen gegeben haben musste. Und die Braut erst, oh je! Nicht im Traum dachte Olivia daran, dass dieser ausgesprochene Wunsch ihr Leben und das des Prinzen so sehr aus den Fugen bringen würde. Glücklicherweise fand sie den Frosch ziemlich schnell, aber mit der Rückverwandlung ist es so eine Sache, denn die gestaltete sich nicht so einfach.

Eine Fee darf keine Wünsche zurücknehmen, denn das verstößt gegen das Wunschwellen-Prinzip.

Und von diesem Zeitpunkt an begibt sich die Schriftstellerin Olivia in ein märchenhaftes und schier  unglaubliches und ebenso extrem gefährliches Abenteuer. Die Geschichte spielt sich mit all seinen prachtvollen Farben in London und in Wien ab.

Ich möchte einmal eine meiner Lieblingszeilen zitieren.
Ort: Leicester Square auf Seite 79

“Dort, im Park vor der Shakespeare Statue, ist mein Denkzentrum, dort entstehen Geschichten, dort löse ich Rätsel und lasse mir neue einfallen…”

Im zweiten Handlungsstrang erfährt man, wie sie “IHN” im Café Poesie kennenlernt. Charaktere, die mir von Beginn an sympathisch waren, sind Kornblume (die Besitzerin des Cafés) und auch ihre beste Freundin Sorina.

Sprache & Schreibstil:
Erzählt wird im Präsens und dafür übernimmt Olivia die Rolle des ICH Erzählers.
Mit Wortwitz und mystischen, aber märchenhaft poetischen Zeilen, sowie zeitweise ein paar wenigen verwirrenden Phrasen, konnte mich Claudia Toman an “Hexendreimaldrei” fesseln. Das finale Ende könnte für den ein oder anderen vielleicht  eine Spur zu plump sein. Nichtsdestotrotz pfeif ich darauf und vergebe 4 Sterne für eine zauberhafte Geschichte mit stark ansteigender Tendenz zu 5 Sternen.

Fazit:
Es ist ein Buch, dass man mit der letzten Zeile am liebsten noch mal von vorn beginnen würde. Magie, Ironie, London Flair pur, Phantasie, “Grimm-Märchen”, Dichter und Denker – Alles wird nur dann zu einem Ganzen, wenn man sich darauf einlässt und durch die Straßen von Wien und London wandert. Ein Märchen geschaffen für erwachsene Leser, insbesondere für die Frauenwelt? Ich glaube, dass das von Person zu Person ganz unterschiedlich ist, denn eins muss man sagen: Dieses Buch ist anders, irgendwie speziell. Entweder man liebt es, oder man lässt andere träumen und genießen. Ganz ehrlich, niemand  sollte sich dieses besondere Leseerlebnis entgehen lassen.

Liebe Grüße, Tanja