In meinen Träumen läutet es Sturm – Mascha Kaléko

Manche Dichter sagen die Lyrik ist ihr Zuhause. Für Mascha Kaléko, vielleicht ein Zufluchtsort, oder ein stiller Raum des Nicht Vergessens. Was sie liebt,  was war, die Traurigkeit, die Einsamkeit, die Heimatlosigkeit. Schmerz. Hoffnung? … und viele unbeantwortete Fragen. Krieg. Schweigen. Vielleicht war es ihr Raum zum Atmen.  Ich habe “In meinen Träumen läutet es Sturm” gelesen,Vers für Vers. Gestern als die Sterne leuchteten, mitten in der Nacht! Manchmal wünschte ich mir, ich könnte in die Vergangenheit reisen, nur um den Worten von namhaften Personen zu lauschen. Einst, im romanischem Café. Doch dann verstumme ich und dieser innige Wunsch verfliegt, weil man weiß was war, oder es zu wissen glaubt?

Vom Wissen

Wenn man erst einmal weiß,in-meinen-traeumen-laeutet-es-sturm-mascha-1
Weiß man auch, daß man weiß,
Und wüßte lieber nicht.
Aber zu spät.
Schon weiß man, daß auch
Die Hoffnung nie wieder,
Nie wieder einkehrt, nie wieder;
Sondern quer übers Meer, ade,
Denen zusegelt, die
Noch nicht wissen,
Noch etwa wissen,
Daß es etwas
Zu wissen
Gibt.

~ Mascha Kaléko ~

Die nächsten Zeilen, welche ich immer und immer wieder für mich selbst gesprochen habe. So ganz im Stillen, sind “Worte in den Wind”. Und ich fasse mir ans Herz. Es sticht!

Worte in den Wind
Du zahlst für jedes kleine Wort auf Erden,
für jedes Mal, da du das Schweigen brichst.
So tief du liebst, wirst du verwundet werden
und mißverstanden, fast sooft du sprichst

~ Mascha Kaléko ~

x Autor/in: Mascha Kaléko
x Titel: In meinen Träumen läutet es Sturm
x Genre: Lyrik
x 192 Seiten
x DTV
x ISBN: 3423012943

one minute – mascha kaléko/take it easy from Spiegel Eule on Vimeo.

Quelle: http://portrait.kaar.at

Ein Seufzer von Friedrich Rückert / Video Sprechbude

TL – Friedrich Rückert / Ein Seufzer from Peter Kempkes on Vimeo.

Video, Ton, Sprecher: Peter Kempkes
Gedicht: Friedrich Rückert

Geboren: 16. Mai 1788, Schweinfurt
Gestorben: 31. Januar 1866, Coburg

Quelle: Sprechbude, Vimeo

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.

Friedrich Rückert war ein deutscher Dichter, Übersetzer und einer der Begründer der deutschen Orientalistik. Er ist Namensgeber des Friedrich-Rückert-Preises, seinerzeit galt Friedrich Rückert als der bedeutendste Lyriker der deutschen Sprache. Sein monumentales Meisterwerk ´Die Weisheit des Brahmanen` beinhaltet 2700 Gedichte.

Ein Seufzer

Schlimme Lose,
Daß der himmlische Zorn
Jeder Rose
Beigegeben den Dorn;

Aber schlimmer,
Daß die Rose verblüht,
Und noch immer
Sticht der Dorn im Gemüt.

Friedrich Rückert, 1788-1866

>>Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise; Gesellschaft braucht der Tor und Einsamkeit der Weise.<< – ein Zitat aus Weisheit des Brahmanen

Gesammelte Werke

oscar_wilde

Der Mensch, der Schriftsteller, der Poet – Oscar Wilde

Wilde studierte klassische Literatur am Trinity College in Dublin, dann wechselte er zum Magdalen College nach Oxford. 1884 heiratete er in London  seine Frau Constance. Innerhalb der zwei darauffolgenden Jahre  kamen seine beiden Söhne zur Welt.

Mit den Jahren entfremdete er sich dennoch zunehmend von seiner Frau , obgleich sie von den homosexuellen Neigungen ihres Mannes wusste, stand sie ihm  loyal zur Seite. Gleichzeitig nahm sein Ruhm stetig zu; in kurzen Abständen entstanden Essays, sein einziger  Roman “Das Bildnis des Dorian Gray”, Erzählungen, Märchen und mehrere Theaterstücke.  Der damals 37 jährige  Oscar Wilde  lernte 1991 Alfred Douglas kennen. Ein junger, zudem hübscher Mann,der aus adligem Hause stammte. Später entwickelte sich aus der Freundschaft eine geheime Partnerschaft, in der es zwischenzeitlich erheblich kriselte.  Alfreds Vater, John Douglas der Marquess of Queensberry, hatte den Verdacht, dass die Verbindung zu Oscar mehr als eine Freundschaft sei, worauf er seinem Sohn Briefe schickte, in denen er ihn wüst beschimpfte und angedroht hatte, ihm seine Flausen aus dem Kopf zu treiben. Auch war er merklich empört darüber, dass Alfred ohne Abschluss Oxford verlassen hatte.  Queensberrys ‘Bemühungen, ihre Beziehung zu beenden führte zu einem langjährigem Streit zwischen ihm, seinem Sohn und Oscar Wilde. Als  Alfreds ältester Bruder im October 1894 bei einem Jagdunfall ums Leben gekommen war, spekulierte man, dass es sich ebenso um Selbstmord, oder Mord handeln könne. Die Gerüchteküche brodelte. Vieles sprach in der Tat dafür, dass Drumlanrig eine homosexuelle Beziehung zu Roseberry gehabt haben könnte. Der Vater zählte also eins und eins zusammen, und machte Roseberry für den Tod seines ältesten Sohnes verantwortlich, folglich kam es zu einer Hetzjagd. Auch Wilde wurde von Queensberry beschuldigt seinen Sohn Alfred verführt zu haben, und betitelte ihn öffentlich als Sodomit.  Im Februar 1895  ging Queensberry in den Albemarle Club, wo Wilde sich gern und oft aufhielt und übergab ihm die berühmt berüchtigte Visitenkarte, welche  mit folgendem handschriftlichen Zusatz versehen war : „For Oscar Wilde posing Somdomite [sic!]“ („für Oscar Wilde, posierender Sodomit“).   Obwohl ihn alle gewarnt hatten, ging Wilde zum Gegenangriff vor, indem er Queensberry wegen Verleugnung verklagte.  Dies und die Beziehung zu Lord Alfred Douglas sollte zu seinem Verhängnis werden. Die Karte galt  als Grundlage der Klage. Als Queensberry verhaftet wurde, setzte er Himmel und Hölle in Bewegung um  gegen Wilde vorzugehen. Queensberrys Rechtsanwälte und Privatdetektive sammelten Beweise und ließen diese Scottland Yard zukommen.  Plötzlich wendete sich das Blatt und Oscar Wilde wurde  im Mai 1895 wegen  Sodomie und “ grober Unzucht ” nach dem Strafrechtsänderungsgesetz 1885  zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Selbst in Gefangenschaft, obwohl diese ihm sowohl physisch  als auch psychisch zusetzte, hieß es, dass Oscar immer noch einen Sinn für Humor hatte. Wildes Mutter Jane Francesca Elgee starb 1896. Während seiner Gefangenschaft  schrieb Wilde De Profundis.

…Aus der Tiefe…

- Es war der Tiefpunkt seines Lebens.

Nach Wildes Freilassung im Jahr 1897, hatte er eine Namensänderung vorgenommen und ist als Sebastian Melmoth nach Frankreich/Berneval gesiedelt. Kurze Zeit später hat er sich, obwohl er vorhatte zu seiner Ehefrau Constance zurückzukehren, mit seinem Geliebten Alfred Douglas in Neapel wieder getroffen. Nach einem Jahr hatte Oskar sich endgültig von Alfred getrennt. 1898 ging Oscar Wilde nach Paris und lebte in Exil. Im selben Jahr verstarb seine Frau und sein Werk “The Ballad of Reading Gaol ” wurde veröffentlicht.

The Importance of Being Earnest und An Ideal Husband  wurde 1899 veröffentlicht.

Henry:”Gute Künstler gehen ganz in ihren Schöpfungen auf und sind daher als Menschen völlig uninteressant.
Ein echter großer Dichter ist das unpoetischste was es gibt, unbegabte Dichter dagegen wirken immer faszinierend. Je schlechter ihre Reime, desto malerischer ihr Aussehen.
Sie leben die Dichtungen die sie nicht schreiben können. Die wahren Dichter schreiben sie, weil sie zu gehemmt sind sie zu leben.

Oscar Wilde lebte seine Dichtungen, sie verkörpern sein Leben.
Mit seinen Werken, die inhaltlich eine Mischung aus großartiger Poesie und scharfem Zynismus sind, gibt der irische Poet und Schriftsteller viel von sich selbst preis. Würde jemand heute so schreiben wie Wilde es damals getan hat, so würde man diese Texte Heute sicherlich als moralisch grenzwärtig einstufen. Äußerst merkwürdig ist, dass Wilde in “Das Bildnis des Dorian Gray” über den Abstieg schrieb und später tatsächlich gesellschaftlich, aber auch künstlerisch mit einem Schlag ruiniert war. Mir ist, als hätte er es geahnt.

“Ja, ich bin ein Träumer. Ein Träumer findet nur im Mondlicht seinen Weg und erlebt zur Strafe die Morgendämmerung vor dem Rest der Welt.”
A dreamer is one who can only find his way by moonlight, and his punishment is that he sees the dawn before the rest of the world.
- Der Kritiker als Künstler, Szene 2 / Gilbert

Eine Dokumentation über Oscar Wilde im TV war letztlich der Antrieb, mich ein wenig genauer über den Menschen Wilde zu informieren. Um eine Frage vorweg zu beantworten: Nein, ich habe bis dato leider noch keines seiner viel besprochenen klassischen Werke gelesen. Das “Bildnis des Dorian Gray” würde mich allerdings interessieren.

Kristin Hersh performs Flooding -….sehr traurig, aber schön!

Kristin Hersh performs Flooding (von GuardianMusic)


American singer-songwriter and founder of Throwing Muses, Kristin Hersh, plays us an exclusive version of her song Flooding. More on alternative music at http://www.guardian.co.uk/music

Entdeckt bei: rubin museum of art 

Kristin Hersh hat mich mit diesem traurigen Lied zutiefst berührt. Es gibt Tage, da könnte ich bei solch traurigen Liedtexten Rotz und Wasser heulen. Heute ist keiner dieser Tage. Die Sonne scheint und ich lausche. Ich mag das Gitarrenspiel und die Klangfarbe ihrer Stimme.

Frohe Ostern mit Wilhelm Busch

 Olli und ich freuen uns über so viele liebe Rückmeldungen eurerseits und wünschen frohe Ostern.

Anbei ein Gedicht vom werten und geschätzten Wilhelm Busch.

Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
Hell aufgeblüht im Sonnenschein.

Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
Und nascht und säuselt da herum.

Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.

Ach Gott, wie das dem Schmetterling
So schmerzlich durch die Seele ging.

Doch was am meisten ihn entsetzt,
Das Allerschlimmste kam zuletzt.

Ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heißgeliebte Pflanze.

            (Wilhelm Busch, 1883

Das Lied vom Meer

Capri, Piccola Marina

Uraltes Wehn vom Meer,
Meerwind bei Nacht:
du kommst zu keinem her;
wenn einer wacht,
so muß er sehn, wie er
dich übersteht:
uraltes Wehn vom Meer
welches weht
nur wie für Urgestein,
lauter Raum
reißend von weit herein.
O wie fühlt dich ein
treibender Feigenbaum
oben im Mondschein.

Momentan hat mich die Schreib- und Lesefaulheit gepackt. Mit den nächtlichen Böen sind nun auch die letzten Blätter von den Bäumen gefallen. Das Wetter draußen ist grau, stürmisch und neblig. Regnen tut es auch. Eigentlich die beste Zeit, um es sich mit einem spannenden Schmöker gemütlich zu machen, aber dazu fehlt mir die Lust. Kürzlich haben wir uns die DVD`s Julie&Julia und den letzten Teil von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes bestellt. Ich werde es mir jetzt gemütlich machen und wünsche euch allen einen schönen 1. Advent und ein schönes Wochenende.

Herbstgefühl

Fetter grüne, du Laub,
Am Rebengeländer
Hier mein Fenster herauf!
Gedrängter quellet,
Zwillingsbeeren, und reifet
Schneller und glänzend voller!
Euch brütet der Mutter Sonne Scheideblick,
Euch umsäuselt des holden Himmels
Fruchtende Fülle;
Euch kühlet des Mondes
Freundlicher Zauberhauch,
Und euch betauen, ach!
Aus diesen Augen
Der ewig belebenden Liebe
Vollschwellende Tränen.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832

maschakaléko

Mascha Kaléko

Die Lyrikerin Mascha Kaléko (geb. 07.06. 1907) ist Jüdin, und hatte die Zeit des ersten Weltkrieges, so wie auch den Nationalsozialismus hautnah miterlebt. Der Verlust der Heimat, die Suche nach einer Neuen, hatte auch in ihr tiefe Wunden hinterlassen. Während des ersten Weltkriegs floh sie mit ihren Eltern von Galizien (Polen)  nach Deutschland. In der Fremde schrieb sie über den Verlust und das Leben. An der Humboldt-Universität und der Lessing-Hochschule studierte Mascha Psychologie und Philosophie. In ihrer Freizeit schreibt sie. Ihre Texte sind Zeitzeugen der deutschpolnischen Geschichte. Sie sind von der traurigen Stimmung der Zeit durchtränkt. Mit siebzehn ungefähr, lernte sie den Philologen Paulo Kaléko kennen, den sie später auch heiratete.

Sie saß oft im “romanischem Café” am Kurfürstendamm. Das war zur Zeit der goldenen Zwanziger. Unter der Verlinkung las ich etwas, was mir direkt ein Lächeln ins Gesicht schitzte. Denn von den Bürgern; wurde der wilhelminische Bau als “Café Größenwahn” bezeichnet. Hier verkehrte ein intellektueller Gesellschaftskreis. Viele Schriftsteller, Maler, Regisseure, Schauspieler, darunter auch Journalisten und Kritiker. Das Lokal entwickelte sich zu einem Künstlertreffpunkt. Sie trifft dort unter anderem auf  Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz und Klabund, mit denen sie munter über dieses oder jenes debattierte. Auch mit Berlins großem Flaneur Franz Hessel  war Mascha Kaléko  gut befreundet.

Ein Heimatsgefühl fand sie nur in Berlin.  Als sie 1932 in Frankreich war, schrieb sie eine Postkarte an Saul Koléko. Ihre Worte waren: ”Paris ist schön … sehr schön. Aber leben, leben in Berlin. Nur in Berlin.”

Im Januar 1933 erschien über den Rowohlt Verlag ihr erstes Werk.  Das “Lyrische Stenogrammheft” war sehr begehrt und so schnell vergriffen, dass es von Ernst Rowohlt nachgedruckt werden musste. Man sagte, dass bei der legendären Bücherverbrennung auch die Exemplare von Mascha Kóleko  öffentlich verbrannt wurden, doch bewiesen wurde es nie.

1935 veröffentlichte Rowohlt ihr zweites Buch: “Kleines Lesebuch für Große – Gereimtes und Ungereimtes.”  Im Jahr 1937 dann, wurden eindeutige Zeichen der Nationalsozialisten gesetzt.  Erstmals erschien der Name der Autorin auf der Liste “schädlichen und unerwünschten Schrifttums”. Die Gestapo forderte den Rowohlt Verlag dazu auf, sämtliche Bücher aus den Vertrieb zu nehmen und Neuproduktionen zu stoppen. Heimlich wurden ihre Werke untereinander weitergereicht, kopiert, getippt und sogar handschriftlich festgehalten.

Zwischendrin trennte sich von Paulo Koléko. Den Nachnahmen nutzte sie weiterhin. Koléko ist ihr Künstlername. Irgendwann heiratete sie den temperamentvollen Künstler Chemjo Vinaver. Es war keine glückliche Ehe. Sie schrieb 1938 in ihr Tagebuch: “Aber leider ist er nicht der Mann für mich. Neben ihm sterbe ich täglich einen neuen Tod.” Nichtsdestotrotz verlässt sie ihren Mann nicht . Die Familie schafft es noch kurz vor der Reichspogromnacht im Oktober 1938 in die USA auszuwandern. Von nun an lebte sie in Exil. Mascha Konéko war heimatlos und selbst als sie in den Fünfzigern den Weg zurück nach Berlin fand, fühlte sie sich verloren. Berlin und auch Mascha hatten sich verändert.

Mascha Konéko liebte die deutsche Sprache, mit der sie ihre Gefühle zum Ausdruck bringen konnte. Ich liebe  die Leichtigkeit ihrer Poesie. Vermischt sind: MELANCHOLIE, KLARHEIT, ELEGANZ und eine Priese IRONIE. Mascha ist die Perle unter den Lyrikern, und wird für mich nie in Vergessenheit geraten.
Zusammengefasst aus folgenden Quellen: Wikipedia, In Memorandum an Mascha Kaléko , Rowohlt VerlagBritta Jürgs (Hg.): Leider hab ich’s Fliegen ganz verlernt. Portraits von Künstlerinnen und Schriftstellerinnen der Neuen Sachlichkeit. Berlin: AvivAVerlag, 2000. Mascha Kaléko: Die paar leuchtenden Jahre, dtv 2003.