Unter dem Motto “Booklovers – read until the Dawn” startete gestern die erste Lesenacht. Ein Projekt, welches von Sandy ins Leben gerufen wurde.
Etwa um 21:00 Uhr, mit einer Stunde Verspätung, hatten wir es uns mit unseren Büchern gemütlich gemacht. Er mit “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes” und ich mit “Rubinrotes Herz, eisblaue See”
von Morgan Callan Rogers.
21:00 Uhr bis 23:30 Uhr
Olli fielen um circa 22:00 Uhr die Augen zu. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass er mir sagte:
>>So, langsam werde ich müde!<<
>>Willst ins Bett?<<
>>Ich bin gerade auf der Hochzeit von Bill und Fleur.<<
Als ich Olli ansah, lächelte er verschmitzt. In seinen Augen funkelte es – es lag daran, dass sich das Licht unserer Standlampe in seinen Augen widerspiegelte. Er gab mir einen Gutenachtkuss und schlurfte schlaftrunken davon.
Ich sah ihm noch kurz hinterher, wollte etwas trinken und schüttelte mich, weil mein voller Kaffeebecher mittlerweile kalt war. Wer kennt das nicht: man liest und schreibt, oder macht sonst irgendetwas und der heiße Kaffee gerät in Vergessenheit. So landete er auch direkt in den Ausguss der Spüle und ich durfte Neuen aufsetzen. Das Fenster im Wohnzimmer war auf “Kipp”, und ich hörte ein heiteres Lachen, welches von draußen kam. Neugierig wie ich bin stellte ich mich mit meinem heißen Becher ans Fenster und schaute, was draußen von statten ging. In meinen Gedanken: Jetzt sind sie alle noch lustig und fröhlich. Später, wenn die Party aus ist und es gen Heimat geht, verklingt die Fröhlichkeit. Dann hört man nur noch, wie sich die Leute zoffen. Meist lallen sie dabei so heftig, dass man sie nicht richtig verstehen kann. Oft finden richtige Eifersuchtsdramen unten auf den Straßen statt. >>”Warum hast du mit dieser Schla… getanzt…<< und so weiter. An den Wochenenden lese ich oft bis in die Nacht hinein und deswegen kann ich sagen, dass sich dieses Schauspiel (seien es Eifersuchtsdramen oder Streitereien unter Freunden) immer wieder von Neuem abspielt. An den Samstagen geht es meist richtig ab. Einmal hat Olli mir gesagt: >>Du bist wie die alte Elfriede von gegenüber.<<…und >>Ich kann mich dich jetzt schon vorstellen, alt und grau …<< Dabei ist er selbst nicht besser! Steht mitten in der Nacht vorm Fenster und gibt immer Laute von sich wie: >>Aaaaaa, oooooooh<< und >>Das gibts doch nicht<< Ich erinnere mich, dass es die Nacht war, als sich die Polizei eine Verfolgungsjagd mit einem Raser leistete, und die endete quasi direkt vor unserem Wohnzimmer. Ein Golf GTI! Neben dem jungen Fahrer machte Olli die Silhouette einer jungen Dame aus, als ich zu ihm ans Fenster trat. Obwohl uns keiner hätte hören können, flüsterten wir und diskutierten, was wohl der Grund für diese Raserei gewesen kein könnte. Olli meinte, dass der Fahrer wirklich lebensmüde war, so schnell soll er gewesen sein. >>Bestimmt ein Streit<<
Es ist unglaublich was sich vor unseren Türen abspielt, aber jetzt geht es wieder zum eigentlichen Thema zurück. Die Lesenacht!
23:30 Uhr
Nur noch ein paar Seiten, dann ist “Rubinrotes Herz, eisblaue See” ausgelesen. Ich wünschte, dieser Roman würde nie enden. Ich wollte ein paar schöne Zeilen in mein “Schatzbuch” übertragen und schaltete den Fernseher ein. Auf Phoenix lief “Wir sind die Kinder der Steine” – eine Dokumentation über das Leben, über die Religion und die Kultur der Palästinenser. Diese Doku hat mich wirklich nachdenklich gestimmt. Besonders, weil nicht die Politiker im Fokus standen, sondern ganz normale Menschen, so wie du und ich. “Wir wollen keinen Krieg, wir wollen endlich, dass alles ein Ende hat.” Von einem Vater hörte man: “Meine Kinder leben in einer erstickenden Gefängnisatmosphäre!” Ich dachte darüber nach, wo alles seinen Anfang nahm, und dass man Augen und Ohren stets offen halten sollte. Was weiß die westliche Welt, wenn die Meinung der Presse, die Meinung Aller ist und man selber blind durchs Leben rennt? Meiner Meinung nach sollte man ein Auge für`s GANZE haben. Und während ich über all diese Dinge nachdachte, schrieb ich weiter.
Ungefähr um 2:00 Uhr morgens stand Olli wieder auf der Matte.
Kalte Füße raubten ihm den Schlaf und als der zweite Versuch einzuschlafen scheiterte, gesellte er sich wieder zu mir.
Lesestand Tanja: “Rubinrotes Herz, eisblaue See” ist ausgelesen.
S. 257 bis S. 427 – insgesamt gelesen: 170 Seiten
Weiter ging es mit “Wasser für die Elefanten” von Sara Gruen, wobei mir da schon klar war, dass diese Reise in ein neues Leseabenteuer nicht von langer Dauer sein würde. Meine Augenlider flackerten auf und ab, der Sandmann rieb mir wahrscheinlich Unmengen von Sand in die Augen.
3:40 Uhr
S.49 von S. 326 – insgesamt habe ich 219 Seiten gelesen.
In “Wasser für die Elefanten” hab ich mich noch nicht richtig hineinfühlen können. Der Sandmann hatte gute Arbeit geleistet, denn meine Konzentration hatte erheblich nachgelassen. Na wunderbar, Olli war wieder voll da, und ich machte schlapp.
AUFGABEN:
1. Zeigt mir Euren Leseplatz und ich zeig Euch meinen!
Ob ihr das über Blog oder Twitter machen wollt, ist ganz egal.
Liebe Sandy, ich habe deine Aufgabenstellungen erst jetzt gesehen, und weil alles wieder an seinen Platz ist, sieht man nichts mehr von unseren chaotischen Lesegemächern, weswegen wir kein Foto gemacht haben. Diese erste Aufgabe heben Olli und ich uns allerdings für die nächste Lesenacht auf.
2. Nennt mir ein Lieblingswort oder/und Unwort Eures aktuelles Buches! Kann auch ein Zitat sein.
>>Die Möwen segelten jetzt nebeneinander getragen vom Wind. Ich dachte, wie schön es wäre, wenn wir das auch könnten.<< S.400
Lesestand Oliver:
“Harry Potter und die Heiligtümer des Todes”
S. 36 – S. 208 – gelesene Seiten insgesamt: 172
Da ja Tanja bereits beschrieb, woran die Aufgabenstellung zur ersten Aufgabe scheiterte, kann ich ja direkt zur zweiten Aufgabe durchstarten.
Pigwidgeon – eigentlich ist es ja nicht einfach nur ein Wort! So lautet der Name der sehr kleinen Eule von Ron Weasley! Jedes Mal wenn ich diesen Namen lesen muss, breche ich mir fast die Zunge – natürlich nur in Gedanken. Dieser “Piepmatz” ist schon seit einigen Bänden ein Bestandteil von Ron (so taucht er – wenn ich mich recht erinnere – zum Ende des 3. Bandes erstmalig auf).
Zum Morgengrauen war es schließlich soweit. Tanja und ich wollten die “vorbereitenden Maßnahmen für ein Nickerchen” treffen. Dazu wurde erst einmal ein “Frühstück” organisiert (was an einem Sonntag nur über den Besuch einer Tankstelle möglich ist). Während wir also ein wenig Nahrung aufnahmen, brauchten wir noch weiteren “Stoff”, um die nötige Bettschwere zu erreichen. Dazu kam uns die Idee “Harry Potter und der Stein der Weisen” in den DVD-Recorder einzulegen. “Dabei kann ich immer so gut einschlafen!”, sagte Tanja. Dies soll nicht heißen, dass der Film schlecht ist. Aber um diese Uhrzeit und bei den vielen Seiten die hinter uns lagen, konnte ein Film eine gute Möglichkeit zum Einschlafen sein. Jedenfalls bewahrheitete sich diese Vermutung und nach einer knappen Stunde schlief Tanja schließlich ein. Ich für meinen Teil schaute mir den Film noch bis zum Schluss an, bevor ich schließlich auch die Augen schloss. Tja – alles in allem war es dann doch ein sehr entspannter und ruhiger Verlauf dieser “Lesenacht”, oder?
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