Der Strandwanderer – Atlas eines ängstlichen Mannes

Die Reise eines ängstlichen Mannes, geschrieben von dem erfolgreichen Autor und Journalist Christoph Ransmayr, hat mich mit einigen seiner Erzählungen – welche übrigens immer mit den Worten: “Ich sah!”054467023-atlas-eines-aengstlichen-mannesbeginnen – als Beobachterin von riesigen Buckelwalen in die Tiefe des Ozeans gerissen und mit bildgewaltigen Worten ins Staunen versetzt. Nicht nur die Geschichte “In der Tiefe”; es sind ein paar besondere Erzählungen dabei, die mich berührt und neugierig gemacht haben. Es sind eher die kleinen unscheinbaren Momente, welche man leicht übersieht, welche das Schauspiel der Natur oder zum Beispiel von Träumen, Sehnsüchten und den Problemen verschiedener Menschen (eher unscheinbaren Personen – manchmal auch angekratzt mit prähistorischen Hintergründen) aus verschiedenen Kontinenten und Kulturen erzählen. Nach diesem Buch fällt mir auf, dass meine Satzstellung ungewohnt lang ist. Woran mag das wohl liegen? Ransmayrs Erzählungen lassen viel Raum zur Eigeninterpretation. Ich habe mich oft in den Worten verloren, warf den Anker um zu verschnaufen. Ein bisschen verharren, nachdenken. Eine Atempause, bevor ich mich erneut  im Strudel aneinandergereihter Worte verlor. Ja, so war das, anders wüsste ich meine verschiedenen Eindrücke nicht zu  beschreiben, denn ich sitze auf einer Wippe. Auf, ab, auf und ab. Ich fühle mich wie der Fischer auf seinem Kutter, der seinen kargen Fang beklagt  und die Trophäe, eigentlich seinen besten und einzigen Fang, nämlich einen riesigen Hummer, welchen er wieder ins Meer hineinschmeißt. Ein Ausdruck der Unzufriedenheit gekoppelt mit einer ungeheuren Wut, wenn man im Hinterkopf  hat, dass man seine Familie ernähren muss und nicht weiß wie. Wie wird sein Leben weitergehen? Wohin wird es den Fischer noch führen? Welche Entscheidungen wird er treffen? Man weiß es nicht, denn die meisten dieser Geschichten (nicht alle) würden noch weitererzählt; beziehungsweise gelebt werden. Nie wird man erfahren, wie es dem Fischer in zehn Jahren ergangen ist, dem jungen Albatros oder der Frau in der geschlossenen Psychiatrie.  Das Ende bleibt uns verborgen! Ich glaube das ist für mich eine Erklärung. Das ängstigt den Strandwanderer. Und ich denke: Vielleicht denkt er selbst darüber nach, wohin es ihn noch führen wird. Ihn und seine Neugier. Vielleicht will er das gar nicht wissen? Aber was ist mit den Erzählungen, für die es keine Zukunft mehr gibt? Ob ihr es glaubt oder nicht: Ich denke heute, obwohl das Buch bereits längst ausgelesen ist, noch immer darüber nach.

Ob mir das Buch gefallen hat kann ich deshalb nicht mit einem Ja oder einem Nein beantworten, weil ich (wie anfangs erwähnt) zwischen einem himmelhochjauchzendem und einem ernüchternden Gefühl schwanke.  Manches blieb mir fern, so unnahbar fern. Wenn ich lese will ich nicht nur sehen und fühlen, sondern mittendrin sein. Ich will den ozeanischen Wellen lauschen, die Luft riechen und schmecken. Oh ja, den Wind den will ich spüren! Ich habe mir die Frage gestellt, ob ich das Gelesene immer noch gut finden würde, wenn nicht der Name des begnadeten  Journalisten und Autor Ransmayr, der bereits mit einigen hoch dotierten Preisen ausgezeichnet wurde, auf dem Umschlag stehen würde, sondern ein Name, der mir völlig unbekannt wär`? Wenn ich ehrlich bin, hätte ich das Buch allerdings nach der dritten längeren Lesepause nicht mehr angerührt. Meine Erkenntnis: Ich hätte einiges verpasst! Was ich definitiv sagen kann ist, dass das Buch für mich viele Fragen aufgeworfen hat. Meine Neugier war von Anfang an geweckt, schwand aber auch bei der einen oder anderen Begegnung.  Trotzdem, jetzt glaube ich zu wissen, dass ich ihn verstehe – diesen ängstlichen Mann. Normalerweise ist das nicht die Art Buch, mit der ich – abgesehen von den wundervollen bildreichen Beschreibungen –  ein  paar entspannte Leseabende verbinde, dafür waren mir die Sätze eindeutig zu lang. Ich hoffte auf mehr Emotionen und auf die sogenannten Überraschungsmomente. Manches wirkte auf mich wie eine perfekt konstruierte Architektur aus Worten. Aber so ist Ransmayrs Stil und diesem bleibt er sich durchweg treu. Es ist kein rasantes Lesevergnügen; eher ein ruhiges, auf das man sich einlassen und auf das man Lust haben muss. Genau deshalb musste ich das Buch oft zur Seite legen. Nicht, weil es nicht gefiel, sondern weil es für mich persönlich eine echte Herausforderung war, die vielen Geschichten in einer zusammenzufassen, abzuwägen, philosophieren und so zu deuten, dass alles einen Sinn ergab. Für mich war es eine philosophische Reise, aber keine abenteuerliche, auch wenn manch´ eine Erzählung so sehr unter die Haut ging, dass ich stundenlang darüber nachgedacht habe und besonders bei einer Erzählung eine Träne kullerte. Manchmal muss man die Augen schließen um zu sehen.

In diesem Sinne,

liebe Grüße von eurer Tanja

PS: Mit dem Schreiben dieser Besprechung habe ich es mir nicht einfach gemacht, was auch der Grund dafür war, nach längerer Lesepause nochmal hineinzulesen. Der Moment zählt und dieser muss aufgeschrieben werden. Ihr wisst was ich damit meine!

Was mich beschäftigt…

Lesen? Momentan habe ich wenig Zeit und wenn ich Zeit habe, dann versuche ich meinen eigenen reponsive Weblog zu erstellen. HTML5 ist noch ganz neu für mich, momentan tüftel und teste ich viel über Xampp (einem physikalischen Server) herum. Neue Technologien zu erkunden und auszuprobieren, ist neben dem Lesen und vielen anderen Dingen etwas, was mir wirklich sehr viel Spaß macht. Gerade entdeckte ich auf Arte das Buch “Wir sind der Staat” von Daniela Dahn, auch dafür interessiere ich mich, wobei Politik nicht mein Thema ist, aber mit den vielen Nachrichten, oder dem was nicht GESAGT wird, ….. mit der ganzen Augenwischerei, wird es zu einem Thema. Für uns alle! Ich bin gespannt!

Quelle zum Video und Beitrag

Wenn ich mich momentan auch selten melde, zwischendurch lese ich immer die Beiträge all meiner Weblog-Freunde.

Viele liebe Grüße,

Tanja

Zusatz: Aufgrund einer interessanten Dokumentation über Michail Gorbatschow bin ich auf sein  Buch “Alles zu seiner Zeit” gestoßen – Mein Leben. Eine Biographie eines großen Staatsmannes. Auch darauf bin ich sehr gespannt. Es gibt aber noch unzählige andere Bücher, über die ich zum Beispiel auf Maras Blog gestolpert bin. Bücher, die mir nicht mehr aus den Kopf gehen.

[CHALLENGE] – GESAMMELTE SCHÄTZE 02-2013

BeFunky_schatzfotoaLiebe Freunde und Besucher, liebe Petra von Seitenweise,
hier nun ein paar kleine Stephen King Textschnipsel, die mich im vergangenen Monat zum schmunzeln oder zum (…) gebracht haben. Meine Dedektivarbeit begann in der beschaulichen Kleinstadt Castle Rock.

Stephen King – In einer kleinen Stadt / Needful Things

»Aber klar doch. Sicher. Ein Gesicht wie Ihres vergesse ich nie. Kommen Sie herüber, lassen Sie mich ihre Hand schütteln! Wissen Sie, ich habe Sie schon am  Gang erkannt, noch bevor ich Ihr Gesicht gesehen habe. Sie hätten sich für ihre Rückkehr nach Castle Rock keinen besseren Tag aussuchen können. Ist das nicht ein Prachtwetter? Bald fängt die Jagdzeit an, wo die Idioten in den Wäldern auf alles schießen was sich bewegt und nicht leuchtendes Orange trägt, und dann kommen der Schnee und die Graupelschauer – aber all das hat noch ein Weilchen Zeit. Jetzt haben wir Oktober, und in The Rock lassen wir den Oktober dauern, so lange er mag. Für mich ist das die beste Zeit des Jahres.« S. 9

»Die Leute hier sehen Sie Jahr für Jahr kommen und gehen – hallo, hallo, hallo; auf Wiedersehen, auf Wiedersehen, auf Wiedersehen. Es ist gut, wenn sie kommen, weil sie ihre Stadtdollars mitbringen, aber es ist auch gut, wenn sie gehen – ihre Stadtprobleme bringen sie nämlich auch mit.« S. 9

»Schauen Sie noch einmal die Straße hinauf. Sehen Sie den Jungen dort? Der sein Fahrrad schiebt und aussieht, als hätte er den schönsten Tagtraum, den ein Junge jemals hatte? Verlieren Sie ihn nicht aus den Augen, mein Freund…. [...] .« S. 17
»Nein, ich sagte schon, ich weiß nicht, was – nicht genau. Aber beobachten Sie den Jungen. Und bleiben Sie eine Weile hier, ja? Ich habe ein sehr ´schlimmes` Gefühl, und wenn etwas passiert, könnte es gut sein, wenn es Zeugen gibt. Ich kenne den Jungen – den, der sein Fahrrad schiebt. Sie vielleicht auch. Er heißt Brian Soundso. Ich glaube, sein Vater verkauft drüben in Oxford oder South Paris Türen und Fensterläden. Behalten Sie ihn im Auge, ich bitte Sie. Behalten Sie ´alles` im Auge. Sie waren schon einmal hier, aber es wird sich vieles ändern. 
Ich weiß es.
Ich spüre es.
Ein Unwetter braut sich zusammen.«
S. 17
Zwei bis drei weitere Textschnipsel würde ich sehr sehr gerne mit aufschreiben, doch das wär – auch wenn das Buch mehr als neunhundert Seiten hat – eindeutig zu viel. Mein persönliches Highlight, in Verbindung mit NEEDFUL THINGS, ist die Elvis Story. Ansonsten sei zu sagen, dass ich immer noch das neue Buch “Atlas eines ängstlichen Mannes”  von Christoph Ransmayr auf meinem Nachttisch liegen habe und es ganz anders ist, als ich erwartet habe. Bisher konnte nur eine Kurzgeschichte meine volle Aufmerksamkeit gewinnen. Mehr dazu, wenn ich alle Erzählungen durchgelesen habe. Ich sag`s mal so: Die Hoffnung stirbt zuletzt!
dzo
  abendlicher Spaziergang
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Heute: Laute Töne!

Cherries on a Blacklist besteht aus vier Bandmitgliedern, bunt zusammengewürfelt kommen drei Mitglieder aus Griechenland und der vierte aus Mexiko. Momentan sind sie in Hamburg stationiert. Mich würde es brennend interessieren, wie Andreas, George, Malapert und Gonzo sich kennengelernt haben. Aber was viel wichtiger ist, ist deren Musik, die mich im wahrsten Sinne des Wortes aus den Latschen haut. Wer alternativen Rock mag, sollte unbedingt mal reinhören.

Ich bin heute ein bisschen wortkarg. Tut mir leid! Ich hoffe ihr hattet einen tollen Start in den Montag.

Cherries on a Blacklist-Astoria Nights 

Liebe Grüße,

Tanja

Kindermund – Pola Kinski

Die Fans von Klaus Kinski sind geschockt. Manch einer sollte mitsamt seinen kritischen Äußerungen – in Bezug auf Pola Kinskis Buch “Kindermund” – in Grund und Boden versinken und mal den Versuch starten, sich cdefbe4546auf das andere Bild des Klaus Kinski einzulassen. Vielleicht auch mal über vergangene Buchveröffentlichungen und Interviews nachdenken, über die man sich damals noch scheckig gelacht hat oder für besonders lesenswert gehalten hat, heute aber ein schlagartiges Aus seiner Karriere bedeutet hätte. Nun, die Uhr tickt heute anders. Nicht sein Lebenswerk bröckelt, aber die Maskerade – die ganze Fassade. Der Mensch! Denn dass Klaus Kinski ein ausgezeichneter und international anerkannter Schauspieler war, ist nicht von der Hand zu weisen. Oft wird der Wahrheitsgehalt angezweifelt, weil er sich zu den Anschuldigungen natürlich nicht mehr äußern kann. Die in einigen Foren dargestellte Behauptung, reine Geldgier und Polas Geltungsdrang stecke hinter der Veröffentlichung, ist genauso ekelhaft, wie den Ekel, den Pola Kinski mit “Kindermund” beschreibt.  Ihr merkt es bestimmt, dass sich in mir etwas aufgestaut hat, was ich unbedingt loswerden muss. Natürlich gibt es “schwarze Schafe” in unserer Gesellschaft, aber wer schon mal ein Opfer – ganz gleich ob im Freundschafts- oder Bekanntenkreis durch einen Prozess begleitet hat – weiß vielleicht auch, wie es in einem Gericht zugeht. Da ist das Opfer zugleich Täter, vernimmt im Saal ein Stimmengewirr – angefangen beim Flüstern, bis hin zum Strafverteidiger, der die Stimme anhebt – er klingt wütend, will immer mehr wissen. Folter! Alles verschwimmt und irgendwann fängt das Opfer an zu zweifeln. Bin ich schuld? Wie ich darauf komme und warum ich das schreibe? Es gibt Profis unter uns, die anhand eines (dieses) Buches typische oder untypische Merkmale von sexuellem Missbrauch erkennen wollen und daran den Wahrheitsgehalt messen. Doch ein Buch zu schreiben ist anders, als eine Aussage bei der Kripo oder  im Prozess-Saal. Das Schreiben ist anders als das Erzählen, wenn der Freund zuhört. Und so schreibt auch Pola Kinski, die Schauspielerin, der MENSCH Pola, ihr Leben auf. Mit den Worten und Gefühlen und mit dem Schmerz eines Kindes. Wo eine Gestalt sie wie ein böser Schatten verfolgt, ein Gesicht zu einer Fratze und zum Schluss zu einem Monster wird.

Mir gehen die Worte aus, wenn ich erst an das 5-jährige Kind Pola denke und später an die junge hübsche 19-jährige. Eine herangewachsene Frau, die alles so hinnimmt wie es ist, weil sie so geliebt werden will, wie es Väter oder Mütter normalerweise tun. Solange, bis sie zusammenbricht! Was sie sagt – wie sie es sagt – mag einen zunächst schockieren, aber jeder Mensch drückt seinen Schmerz anders aus.

»Niemand weiß, dass ich hier bin, keiner kennt dieses Versteck. Vor der Dunkelheit hier drinnen fürchte ich mich nicht. Ich sehe mich auf der Terrasse Fahrrad fahren. Elegant, aufrecht wie eine Zirkusartistin, mit seitlich ausgestreckten Armen. So als hätte ich nie etwas anderes gemacht, rolle ich über die Tauben, es knirscht, wenn ich sie zerquetsche. Viele liegen schon plattgewalzt auf dem Beton. Hin und her und hin, immer wieder. Ich muss sie alle erwischen. Alle! Erst als die letzte nur noch schwach am Boden zuckt, lehne ich befriedigt mein Rad ans Geländer. Mama stürzt aus der Küche und schlägt mir ins Gesicht. Aber ich spüre ihre Schläge nicht. Ich sitze auf dem Korbstuhl und lächle. S. 22«

Mit der Geburt ihres Bruders wird Pola zu Luft. Sie sitzt abseits ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, isst zu Tisch und wird nicht bemerkt. So fühlt sie sich als Aussätzige und nicht zugehörig. Wenn sie ihren Vater in Rom, Berlin oder Frankreich besucht, dann erstickt die Freude alle Angst. Egal was passiert, er gibt ihr das Gefühl, dass sie bei ihm willkommen ist und sie sich nicht allein fühlt. Er überhäuft sie mit teuren Geschenken, spricht sie mit Engelchen, Püppchen oder Prinzessin an und ist sich ganz bewusst, dass das was er macht, ihn ins Gefängnis bringen kann. Es folgen Drohungen, Ausflüge an den Strand oder in verschiedene Boutiquen. Kleinigkeiten können seine gute Laune trüben, so dass er in aller Öffentlichkeit ausflippt, wenn er sich zum Beispiel von einem anderen Tisch im Restaurant beobachtet fühlt. Besonders, wenn junge Männer seine Töchter angaffen, flüchten Pola, Biggi und Nastassja (oft sehr peinlich berührt) nach draußen. Dass was passiert, wenn Pola mit ihrem Vater alleine ist, möchte ich nicht beschreiben. Aber ich finde es durchaus wichtig, dieses Buch gelesen zu haben. Der Schreibstil entspricht dem Titel und ist gut umgesetzt worden. Poesie? Manchmal lässt sich nur zwischen den Zeilen herauslesen, wie was gemeint ist. Aber so, dass man versteht. Für mich sieht es ganz nach einem gedanklichen Schutzschild aus.

Pola Kinski fing relativ früh mit dem Schreiben an, doch von der Veröffentlichung hatte ihr der Therapeut damals abgeraten. Diese Frage wird von ihr nicht  im Buch, sondern in dem von Christoph Rüter geführten Interview mit Pola Kinski beantwortet. Genauso wie die Frage, warum sie immer wieder ihren Vater besucht hat. Das war für mich wichtig, um manche Inhalte besser verstehen zu können. Man liest aber auch über ihre Freunde und ihren schulischen Werdegang, bis hin zur Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München und ihren ersten Rollen auf der Bühne. Ihre erste Rolle, wird für sie erneut zum Albtraum werden.

Fazit: Die Kurzbiographie hat mich geschockt und zum Nachdenken bewegt. Der Zeitpunkt? Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt, denn jede Zeit ist richtig. Ich denke aber auch, dass die Mutter schon recht damit hat, dass Pola ihrem Vater in gewisser Weise ähnelt. Die letzten Zeilen zum  Schluss sind wie ein Dolchstoß – mitten durchs Herz!

x Autor/in: Pola Kinski
x Titel: Kindermund
x Genre: Biographie
x 267 Seiten
x Suhrkamp – Insel Verlag
x ISBN: 3458175717

Projekt Lesefee`s Lesemarathon – Meine Doku

15.02.2012  - 0:00 Uhr bis 0:30 Uhr

Ich lese gerade Kindermund von Pola Kinski. Ich bin sprachlos, geschockt, oft auch angewidert und habe Fragen, die mir so lange nicht aus den Kopf gegangen sind, bis ich mir gerade eben dieses Interview angesehen habe.

http://videos.arte.tv/de/videos/metropolis-pola-kinski–7312680.html

Ich glaube jetzt die Person Pola besser verstehen zu können. Circa hundert Seiten habe ich noch vor mir.

16.02.2013  - 22:00 Uhr bis 23:24 Uhr

Relativ fix hatte ich die Kurzbiographie Kindermund  von Pola Kinski durch. An rausgehen um etwas frische Luft zu schnappen, war heute nicht zu denken. Es nieselte den ganzen Tag, es war und ist immer noch eisig kalt draußen – richtig ungemütliches Wetter! Als nächstes werde ich mir von Christoph Ransmayr – Atlas eines ängstlichen Mannes schnappen, mir zuvor einen Tee einschenken und mich mit meiner kuscheligen Wolldecke ins Wohnzimmer verziehen. Eigentlich wollte ich noch eine Bloggerrunde drehen, aber ich bin völlig ausgelaugt. Ich kann nicht schreiben, nicht mehr denken und bin nur noch dazu fähig euch ein schönes Wochenende zu wünschen.

18.02.2012

Gestern Abend lief auf Arte der britisch- indische Spielfilm “Ghandi” – das konnte ich mir nicht entgehen lassen, viel Zeit zum Lesen blieb mir also nicht. Später siegte die Müdigkeit und ich viel wie tot ins Bett.

Insgesamt komme ich auf circa hundert gelesene Seiten! Na immerhin! :D

Projekt: Lesefee`s Lesemarathon

In einer kleinen Stadt / Stephen King

038646742-in-einer-kleinen-stadt (1)Jeden Abend, nein fast jeden Abend habe ich in den vergangenen Tagen darüber gelesen, wie Leland Gaunt seiner Kundschaft, durch den Verkauf verschiedenster Kuriositäten, verborgene Träume und Wünsche wahr werden lässt. In der beschaulichen und verschlafenen Kleinstadt Castle Rock scheint es seit der Eröffnung nur dieses eine Thema zu geben, nämlich die Eröffnung des neuen Ladens, den mit der grünen Markise und seinem ungewöhnlichen Namen. Die Aufschrift “Needful Things” weckt die Neugier aller Stadtbewohner. Gaunts Menschenkenntnis ist sagenhaft, ebenso gilt dies für sein außerordentlich gutes Gespür, den Bürgern das Gefühl zu geben, gerade eben das Geschäft  ihres Lebens abgeschlossen zu haben. Dazu bedarf es nicht viel an Geld, man zahlt was man kann – und im Gegenzug danken es ihm die Kunden mit dem einen oder anderen Streich unter ihresgleichen, weil sie den gewünschten Gegenstand unbedingt für sich haben wollen. Koste es, was es wolle! Das geht solange, bis die Ware in seinen Augen vollständig bezahlt ist. Das ist es, was er verlangt! Das ist der Preis! Was dann passiert, stellt man sich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen vor!

Stephen King schafft es, dass ich mir jeden Bewohner (jeden Charakter) vor meinem geistigen Auge so erschaffen kann, dass ich das Gefühl habe, hautnah dabei zu sein. Die Erzählung beginnt in der dritten Person mit der Geschichte und den Geheimnissen der Kleinstadt Castle Rock, einem kleinen Jungen mit dem Namen Brian Rusk – der die Lawine zum rollen bringt – und seinen Bewohnern. Jeder kennt jeden – die Stadt und ihre Geschichten sowieso. Die, die großes Unheil gebracht haben, aber auch die, bei denen man sich (im wahrsten Sinne des Wortes) vor Kringeln in die Hose macht. Wenn Mr. Gaunts Schild mit der Aufschrift “GEÖFFNET” aushängt und er neue Kundschaft begrüßt, dann hat das bei mir ein kribbliges – gar eigenartiges – Gefühl ausgelöst. Endlich geht es los! Der erste Streich und ich klatsche jubelnd in die Hände. Oh ja, das ist gut! So und nicht anders, Herr King! Wieder ist alles so detailreich und bunt beschrieben, dass ich sogar den Geruch des Gummis in der Nase vernehme, wenn ein Auto mit quietschenden Reifen die Main Street runtersaust und eine dunkle Rauchwolke hinterlässt.

Ich erlebe einen Geschäftsmann mit festen Prinzipien. Es dauert nicht lange und man erlebt, wie eine ganze Stadt völlig aus den Fugen gerät. Der wahre Horror ist, wie psychologisch Mr. Gaunt vorgeht. Sein Erscheinungsbild und sein Auftreten tragen ebenfalls dazu bei, dass man als Leser geschockt, aber voller Neugier weiterlesen muss. Ein absolutes Highlight ist die Geschichte mit Elvis – da habe ich Tränen gelacht und applaudierend auf mein Sofakissen gehauen. Horror ist auch die grenzenlose Phantasie, mit der Herr King mich um den Finger wickelt und seine Leser beglückt und sprachlos macht. Wobei es eine Kleinigkeit gibt, mit welcher ich mir etwas mehr Nähe zur Realität gewünscht hätte. Und zwar mit den letzten hundert Seiten. Brian Rusk, sein Bruder Sean und Mutter Cora, Myra Evans, die verrückte Nelly – die jahrelang in der Klapsmühle saß und ihre Freundschaft zu Polly Chalmers, Alan (County Sheriff), der Vorsitzende des Stadtrats Danforth Keeton ( alle nennen ihn Buster), Wilma und Pete, Norris Ridgewick (Deputy), Ace Merrill und natürlich Leland sind die Personen, die mir während des Lesens im Gedächtnis haften geblieben sind. Das sind längst nicht alle Beteiligten. Hughs Geschichte hat mich allerdings auch in seinen Bann gezogen. Am wenigsten habe ich mich auf den Reverend einlassen können. Henry Beaufort und sein Lokal “The Mellow Tiger” gerät zwischendrin in Vergessenheit, aber später (quasi wenn das Chaos dann so richtig ausgebrochen ist), ist man voll dabei.

Die wie vielte Auflage liegt bei mir? In einem Kapitel häufen sich Schreib- und Tippfehler, was ich ziemlich “…” finde. Trotzdem lässt sich so viel positives sagen. Dennoch hat man immer das Gefühl, mit dem was man sagen oder ausdrücken will, der schriftstellerischen Arbeit nicht gerecht zu werden.

Immer wieder finde ich es toll, dass die Geschichte in Castle Rock stetig weitererzählt wird.
Oft fallen einem Verknüpfungen zu bekannten Geschehnissen auf – Namen wie zum Beispiel Teddy Duchamp erinnern an die Kurzgeschichte “Die Leiche” aus “Frühling, Sommer, Herbst und Tod” – ebenfalls aus der Feder Stephen Kings.

Zum Abschluss sei zu sagen: “SIE” verfolgen mich, und ich weiß wer “SIE” sind.

Fazit:
Stephen King zeigt auf, wie einflussreich ein einziger Mensch sein kann und wie andere darauf reinfallen. Dies hat zu Folge, dass die Bürger und eine ganze Stadt sich geradewegs ins Verderben stürzt. Das passt ganz perfekt zu seinem Credo! Sprachlich und schriftstellerisch – ein Hochgenuss! Wobei das auch an der guten Übersetzung liegt, solang man mal von Tipp- oder Druckfehlern absieht. Das sind nicht viele, aber es bleibt nicht unbemerkt.

x Autor/in: Stephen King
x Titel: In einer kleinen Stadt – Needful Things (Taschenbuch)
x Genre: Horrorthriller
x 880 Seiten
x Heyne
x ISBN: 3453433998

Ein Besuch in einem schönen Pub…

… bei einem kühlen Guiness! Hoffentlich können Tanja und ich bald mal wieder einen Besuch in einem guten Irish Pub über die Bühne bringen!

Allerdings sind wir noch auf der Suche nach einem “urigen” Irish Pub – Hamburg hat zwar einiges zu bieten, doch bisher sind wir nicht besonders erfolgreich auf unserer Suche gewesen. Vielleicht gibt es ja unter euch den einen oder anderen Leser, der eine mögliche Empfehlung parat hält?

Aktueller Lesestand u. Info zu Lesefee`s Lesemarathon

In kleinen Abschnitten, ja eigentlich in jeder freien Minute haben Oliver und ich mit dem Lesen zweier Wälzer verbracht. Eine Zeit in der wir uns ganz vergaßen – auch diesen Blog. Wir philosophierten darüber, wie Stephen King  sich während des Schreibens wohl verhalten hat. Rieb er sich die Hände, während er wie irre anfing zu kichern, wenn er zu einem neuen Geniestreich ansetzte, oder tanzte er gar auf dem Tisch? So wie das Rumpelstilzchen?  Ja, so lasen, redeten und lachten wir!

“Das Feuerkind” und  ”Needful Things – In einer kleinen Stadt” sind ausgelesen und die Besprechungen werden noch folgen – wir müssen erstmal unsere Gedanken sortieren! Aber jetzt möchten wir euch auf einen Lesemarathon aufmerksam machen, welcher (und das gab es meiner Meinung nach noch nie) über mehrere Tage läuft. Die Idee stammt von der Lesefee! Die Lesezeit kann sich jeder einteilen wie er mag, und da wir abends – kurz vor dem zu Bett gehen – immer ein paar Seiten lesen, sind wir dabei. Wegen anderen Aktivitäten werden wir uns wahrscheinlich erst nach Beendigung des Marathons mit einer kleinen Doku zu Wort melden.

Mit dem Klick auf den Banner, könnt ihr euch alle weiteren Informationen in Ruhe durchlesen.

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Bis dahin senden wir liebe Grüße,
wünschen einen guten Start in die Woche und eine schöne Lesezeit!